leseprobe-band3

Tante Magdas groer Fehler (Der Gefangene von Askaban)

Als Harry am nchsten Morgen zum Frhstck hinunterging, saen die drei Dursleys schon am Kchentisch. Sie starrten auf den Bildschirm eines brandneuen Fernsehers, eines Willkommen-in-den-Ferien-Geschenks fr Dudley, der sich fortwhrend lauthals ber den langen Weg zwischen dem Khlschrank und dem Fernseher im Wohnzimmer beschwert hatte. Dudley hatte den grten Teil des Sommers in der Kche verbracht, die kleinen Schweinchenaugen wie auf den Bildschirm geklebt und mit wabbelndem fnflagigen Kinn ununterbrochen kauend. 

Harry setzte sich zwischen Dudley und Onkel Vernon, einem groen, fleischigen Mann mit sehr wenig Hals und einer Menge Schnauzbart. Keiner der Dursleys nahm Notiz davon, dass Harry in die Kche gekommen war, geschweige denn, dass ihm einer zum Geburtstag gratuliert htte. Er nahm sich eine Scheibe Toast und sah hoch zum Fernseher, wo der Nachrichtensprecher gerade von einem Ausbrecher berichtete ... 

... die Polizei warnt die Bevlkerung. Black ist bewaffnet und uerst gefhrlich. Eine eigene Notrufnummer wurde eingerichtet und jeder Hinweis auf Black sollte umgehend gemeldet werden. 

Dass der ein Verbrecher ist, brauchen sie uns nicht erst zu sagen, schnarrte Onkel Vernon und starrte ber seine Zeitung hinweg auf das Bild des Flchtigen. Seht euch mal an, wie der aussieht, ein dreckiger Rumtreiber! Und diese Haare! 

Er warf Harry einen gehssigen Seitenblick zu, dessen strubbeliges Haar ihn immer von neuem rgerte. Verglichen mit dem Mann im Fernsehen jedoch, dessen ausgermergeltes Gesicht umwuchert war von verfilztem, ellbogenlangem Gestrpp, kam sich Harry durchaus gepflegt vor. 

Wieder erschien der Nachrichtensprecher. 

Das Landwirtschafts- und Fischereiministerium gibt heute bekannt, dass - 

Ist doch nicht zu fassen!, bellte Onkel Vernon und starrte den Sprecher wtend an, du hast uns nicht gesagt, wo dieser Verrckte ausgebrochen ist! Was soll das? Der Wahnsinnige knnte doch jeden Augenblick die Strae entlangkommen! 

Tante Petunia, knochig und pferdegesichtig, wirbelte herum und schaute konzentriert aus dem Kchenfenster. Harry wusste, dass Tante Petunia nichts lieber tun wrde, als den Notruf anzuluten. Sie war die neugierigste Frau der Welt und verbrachte den grten Teil ihres Lebens damit, die langweiligen, gesetzestreuen Nachbarn auszukundschaften. 

Wann werden die es endlich kapieren, sagte Onkel Vernon und schlug mit seiner groen purpurroten Faust auf den Tisch, dass Aufknpfen das einzige Rezept gegen solches Pack ist? 

Wie wahr, sagte Tante Petunia, die immer noch die Bohnenstangen nebenan taxierte. 

Onkel Vernon nahm den letzten Schluck aus seiner Teetasse, warf einen Blick auf die Uhr und fgte hinzu: Am besten, ich geh gleich, Petunia, Magdas Zug kommt um zehn an. 

Harry, in Gedanken eben noch oben bei seinem Besenpflege-Set, fiel schmerzhaft aus allen Wolken. 

Tante Magda?, sprudelte es aus ihm heraus. D-die - die kommt doch nicht etwa zu uns? 

Tante Magda war Onkel Vernons Schwester. Zwar war sie keine Blutsverwandte von Harry (dessen Mutter Tante Petunias Schwester gewesen war), doch man hatte ihn gezwungen, sie die ganze Zeit Tante zu nennen. Tante Magda lebte auf dem Land, in einem Haus mit groem Garten, wo sie Bulldoggen zchtete. Sie kam nur selten in den Ligusterweg, weil sie es nicht bers Herz brachte, ihre wertvollen Hunde allein zu lassen, doch jeden ihrer Besuche hatte Harry in schrecklich lebendiger Erinnerung. 

Beim Fest zu Dudleys fnftem Geburtstag hatte Tante Magda Harry mit ihrem Gehstock auf die Schienbeine gehauen, damit er Dudley nicht mehr beim Bumchen-wechsel-dich-Spiel schlug. Ein paar Jahre spter war sie zu Weihnachten mit einem funkgesteuerten Senkrechtstarter fr Dudley und einem Karton Hundekuchen fr Harry aufgetaucht. Bei ihrem letzten Besuch war Harry versehentlich ihrem Lieblingshund auf den Schwanz getreten. Ripper hatte Harry hinaus in den Garten und einen Baum hoch gejagt und Tante Magda hatte sich bis nach Mitternacht geweigert, ihn zurckzupfeifen. Wenn Dudley sich daran erinnerte, brach er vor Lachen immer noch in Trnen aus. 

Magda wird eine Woche bleiben, schnarrte Onkel Vernon, und wenn wir schon beim Thema sind - er deutete mit einem fetten Finger drohend auf Harry - sollten wir einiges klarstellen, bevor ich sie abholen gehe. 

Dudley grinste hmisch und wandte den Blick von der Mattscheibe ab. Sein liebster Zeitvertreib war, zu beobachten, wie Harry von Onkel Vernon schikaniert wurde. 

Erstens, knurrte Onkel Vernon, hltst du deine Zunge im Zaum, wenn du mit Magda sprichst. 

Gut, sagte Harry bitter, wenn sie es auch tut. 

Zweitens, sagte Onkel Vernon und tat so, als htte er Harrys Antwort nicht gehrt, da Magda nichts von deiner Abnormitt wei, will ich nicht, dass irgendwas Komisches passiert, whrend sie hier ist. Du benimmst dich, verstanden? 

Wenn sie es auch tut, sagte Harry zhneknirschend. 

Und drittens, sagte Onkel Vernon, die gemeinen kleinen Augen waren jetzt Schlitze in seinem groen purpurnen Gesicht, haben wir Magda gesagt, du wrdest das St.-Brutus-Sicherheitszentrum fr unheilbar Kriminelle Jungen besuchen. 

Was?, schrie Harry. 

Und du bleibst bei dieser Geschichte, Bursche, oder du kriegst Schwierigkeiten, fauchte Onkel Vernon. 

Zornig und mit bleichem Gesicht starrte Harry Onkel Vernon an. Er konnte es nicht fassen. Tante Magda kam fr eine Woche zu Besuch - das war das furchtbarste Geburtstagsgeschenk, das er je von den Dursleys bekommen hatte, verglichen selbst mit Onkel Vernons alten Socken. 

Nun, Petunia, sagte Onkel Vernon und erhob sich schnaufend, ich fahre jetzt zum Bahnhof. Kleine Ausfahrt gefllig, Dudders? 

Nein, sagte Dudley, der seine Aufmerksamkeit jetzt, da Onkel Vernon aufgehrt hatte, Harry zu tyrannisieren, wieder dem Fernseher zugewandt hatte. 

Diddy muss sich fr Tantchen fein herausputzen, sagte Tante Petunia und strich ber Dudleys dichtes Blondhaar. Mamchen hat ihm eine wunderschne neue Fliege gekauft. 

Onkel Vernon klopfte Dudley auf die fette Schulter. 

Also bis gleich, sagte er ging hinaus. 

Harry, der in eine Art grauenerfllte Trance versunken war, fiel pltzlich etwas ein. Er lie seinen Toast liegen, stand rasch auf und folgte Onkel Vernon zur Haustr. 

Onkel Vernon zog seinen Mantel an. 

Dich nehm ich nicht mit, schnarrte er, als er sich umwandte und Harry erblickte. 

Will ich auch nicht, sagte Harry khl. Ich mchte dich was fragen. 

Onkel Vernon beugte ihn misstrauisch. 

Drittklssler in Hog..., auf meiner Schule drfen hin und wieder ins Dorf, sagte Harry. 

Ach?, blaffte Onkel Vernon und nahm die Wagenschlssel vom Haken neben der Tr. 

Rasch setzte Harry nach. Du musst die Einverstndniserklrung fr mich unterschreiben, sagte er. 

Und warum sollte ich das tun?, hhnte Onkel Vernon. 

Nun ja, sagte Harry und wog sorgfltig seine Worte ab, es wird ein hartes Stck Arbeit sein, gegenber Tante Magda so zu tun, als ob ich in dieses St. Wasweiich ginge -  

St.-Brutus-Sicherheitszentrum fr unheilbar Kriminelle Jungen!, bellte Onkel Vernon, und Harry freute sich, einen deutlichen Anflug von Panik in seiner Stimme zu hren. 

Genau, sage Harry und sah gelassen hoch in Onkel Vernons groes, rotes Gesicht. Ich muss mir eine Menge merken. Auerdem soll es sich ja berzeugend anhren, oder? Was, wenn mir aus Versehen etwas rausrutscht? 

Dann prgle ich dir die Innereien raus!, polterte Onkel Vernon und trat mit erhobener Faust auf Harry zu. Doch Harry lie nicht locker. Die Innereien aus mir herauszuprgeln wird Tante Magda auch nicht vergessen lassen, was ich ihr gesagt haben knnte, sagte er verbissen. 

Onkel Vernon, die Faust immer noch erhoben, erstarrte. Sein Gesicht hatte ein hssliches Braunrot angenommen. 

Aber wenn du meine Einverstndniserklrung unterschreibst, fuhr Harry rasch fort, schwre ich, dass ich nicht vergesse, wo ich angeblich zur Schule gehe, und ich fhre mich auf wie ein Mug..., als ob ich normal und alles wre. 

Harry entging nicht, dass Onkel Vernon noch einmal ber die Sache nachdachte, auch wenn er die Zhne gefletscht hatte und eine Vene auf seiner Schlfe pochte. 

Schn, blaffte er endlich. Ich werde dein Verhalten whrend Tante Magdas Besuch scharf berwachen. Wenn du am Ende nicht die Grenze berschritten hast und bei der Geschichte geblieben bist, unterschreibe ich dein beklopptes Formular. 

Abrupt drehte er sich um, ffnete die Haustr und schlug sie mit solcher Wucht hinter sich zu, dass eine der kleinen Glasscheiben am oberen Trrand herausfiel. 

Harry kehrte nicht in die Kche zurck. Er ging nach oben in sein Zimmer. Wenn er sich wie ein echter Muggel auffhren musste, dann fing er am besten gleich damit an. Widerwillig und traurig sammelte er all seine Geschenke und Geburtstagskarten ein und versteckte sie unter dem losen Dielenbrett, zusammen mit seinen Hausaufgaben. Dann ging er hinber zu Hedwigs Kfig. Errol hatte sich offenbar erholt; er und Hedwig schliefen mit den Kpfen unter den Flgeln. Harry seufzte und stupste sie beide wach. 

Hedwig, sagte er niedergeschlagen, du musst fr eine Woche verschwinden. Flieg mit Errol, Ron wird sich um dich kmmern. Ich geb dir eine Nachricht fr ihn mit. Und schau mich nicht so an - Hedwigs groe, bersteinfarbene Augen blickten vorwurfsvoll - es ist nicht meine Schuld. Das ist die einzige Mglichkeit, die Erlaubnis zu kriegen, mit Ron und Hermine nach Hogsmeade zu gehen. 

Zehn Minuten spter flatterten Errol und Hedwig (der Harry einen Zettel fr Ron ans Bein gebunden hatte) aus dem Fenster und waren bald auf und davon. Harry, dem nun ganz und gar elend war, rumte den leeren Kfig in den Schrank. 

Doch er hatte nicht lange Zeit zum Grbeln. Schon kreischte Tante Petunia unten am Fu der Treppe, Harry solle herunterkommen und sich bereit machen, den Gast zu begren. 

Mach was mit deinen Haaren, schnappte Tante Petunia, als er im Flur ankam. 

Harry sah nicht ein, warum er versuchen sollte, sein Haar glatt zu kmmen. Tante Petunia krittelte doch liebend gern an ihm herum, und je zerzauster er aussah, desto glcklicher war sie. 

Doch schon war drauen das Knirschen von Kieseln zu hren, als Onkel Vernon den Wagen in die Einfahrt zurcksetzte, dann das Klonk der Wagentren und schlielich Schritte auf dem Gartenweg. 

An die Tr!, zischte Tante Petunia. 

Mit einem Gefhl im Magen, als wrde die Welt untergehen, ffnete Harry die Tr. 

Auf der Schwelle stand Tante Magda. Sie war Onkel Vernon sehr hnlich mit ihrem groen, fleischigen, purpurroten Gesicht. Sie hatte sogar einen Schnurrbart, auch wenn er nicht so buschig war wie seiner. Unter dem einem Arm trug sie einen riesigen Koffer, unter dem anderen sa mit eingezogenem Schwanz eine alte und missgelaunte Bulldogge. 

Wo ist denn mein Dudders?, rhrte Tante Magda. Wo ist mein Neffilein? 

Dudley kam den Flur entlanggewatschelt, das Blondhaar flach auf den fetten Schdel geklebt, und unter seinen vielen Kinnen lugte gerade noch der Zipfel einer Fliege hervor. Tante Magda wuchtete ihren Koffer in Harrys Magen, dass er nach Luft schnappen musste, drckte Dudley mit einem Arm schraubstockfest an ihr Herz und pflanzte ihm einen Kuss auf die Wange. 

Harry wusste genau, dass Dudley Tante Magdas Umarmungen nur ertrug, weil er dafr gut bezahlt wurde. Beim Abschied wrde er eine knisternde Zwanzig-Pfund-Note in seiner fetten Faust finden. 

Petunia!, rief Tante Magda und schritt an Harry vorbei, als wre er ein Hutstnder. Tante Magda und Tante Petunia kssten sich, besser gesagt lie Tante Magda ihren massigen Kiefer gegen Tante Petunias hervorstehende Wangenknochen krachen. 

Onkel Vernon kam jetzt herein und schloss die Tr mit einem leutseligen Lcheln hinter sich. 

Tee, Magda?, sagte er. Und was drfen wir Ripper anbieten? 

Ripper kann ein wenig Tee aus meiner Tasse haben, sagte Tante Magda, whrend sie sich in die Kche begaben und Harry im Flur mit dem Koffer allein lieen. Doch Harry beklagte sich nicht; jede Ausrede, nicht mit Tante Magda zusammen sein zu mssen, war ihm recht, und als htte er alle Zeit der Welt, hievte er den Koffer die Treppe empor. 

Als er in die Kche zurckkam, war Tante Magda schon mit Tee und Obstkuchen versorgt und Ripper schlabberte geruschvoll in der Ecke. Harry bemerkte, wie Tante Petunia leicht die Mundwinkel verzog, weil Ripper ihren sauberen Boden mit Tee und Sabber bespritzte. Tante Petunia konnte Tiere nicht ausstehen. 

Wer kmmert sich denn um die anderen Hunde, Magda?, fragte Onkel Vernon. 

Ach, ich hab sie in die Obhut von Oberst Stumper gegeben, strahlte Tante Magda. Er ist jetzt pensioniert. Ein kleiner Zeitvertreib kann ihm nicht schaden. Aber den armen alten Ripper hab ich nicht dalassen knnen. Er leidet ja so, wenn er nicht bei mir ist. 

Als Harry sich setzte, begann Ripper zu knurren.Das lenkte Tante Magdas Aufmerksamkeit zum ersten Mal auf Harry. 

So!, bellte sie, immer noch hier? 

Ja, sagte Harry. 

Sag nicht in diesem unhflichen Ton >ja<, hrst du, knurrte Tante Magda. Verdammt gut von Vernon und Petunia, dich hier zu behalten. Ich htte das nicht getan. Htten sie dich vor meiner Tr ausgesetzt, wrst du sofort ins Waisenhaus gekommen. 

Harry war drauf und dran zu antworten, er wrde lieber in einem Waisenhaus als bei den Dursley leben, doch der Gedanke an die Erlaubnis fr Hogsmeade hielt ihn davon ab. Er zwang sein Gesicht zu einem schmerzhaften Lcheln. 

Grins mich nicht so an!, donnerte Tante Magda. Ich sehe, du hast dich seit unserer letzten Begegnung nicht gebessert. Ich hatte gehofft, in der Schule wrden sie dir ein paar Manieren einprgeln. Sie nahm einen krftigen Schluck Tee, wischte sich den Schnurrbart und sagte: Wo schickst du ihn nochmal hin, Vernon?

Nach St. Brutus, antwortete Onkel Vernon prompt. Erstklassige Anstalt fr hoffnungslose Flle. 

Verstehe, sagte Tante Magda. Machen sie in St. Brutus auch vom Rohrstock Gebrauch, Bursche?, blaffte sie ber den Tisch. 

hm - Onkel Vernon nickte hinter Tante Magdas Rcken. 

Ja, sagte Harry. Wenn schon, denn schon, berlegte er dann, und fgte hinzu: Tagein, tagaus. 

Vortrefflich, sagte Tante Magda. Dieses windelweiche Wischiwaschi, dass man Leute nicht schlagen solle, die es doch verdienen, kann ich nicht vertragen. In neunzig von hundert Fllen hilft eine gute Tracht Prgel. Hat man dich oft geschlagen? 

O ja, sagte Harry, viele Male. 

Tante Magda verengte die Augen zu Schlitzen. 

Dein Ton gefllt mir immer noch nicht, Brschchen, sagte sie. Wenn du so lssig von deinen Hieben reden kannst, dann schlagen sie offenbar nicht hart genug zu. Petunia, wenn ich du wre, wrde ich dort hinschreiben. Mach ihnen klar, dass du im Falle dieses Jungen den Einsatz uerster Gewalt gutheit.

Vielleicht machte sich Onkel Vernon Sorgen, Harry knnte die Abmachung vergessen haben; jedenfalls wechselte er abrupt das Thema. 

Schon die Nachrichten gehrt heute Morgen, Magda? Was sagst du zu der Geschichte mit diesem Ausbrecher? 

Whrend sich Tante Magda allmhlich huslich einrichtete, erwischte sich Harry bei fast sehnschtigen Gedanken an das Leben in Nummer vier ohne sie. Onkel Vernon und Tante Petunia gaben sich meist damit zufrieden, wenn Harry ihnen aus dem Weg ging, und Harry war das nur recht. Tante Magda jedoch wollte Harry stndig im Auge behalten, so dass sie Vorschlge fr die Besserung seines Betragens zum Besten geben konnte. Vorzugsweise verglich sie Harry mit Dudley und kaufte Dudley teure Geschenke, whrend sie Harry tckisch anstarrte, als wollte sie ihn herausfordern zu fragen, warum er nicht auch ein Geschenk bekomme. Auch lie sie stndig Mutmaungen fallen, aus welchem Grund wohl Harry zu einer dermaen unzulnglichen Person geworden sei. 

Du musst dir keinen Vorwurf machen, weil der Junge so geworden ist, Vernon, sagte sie am dritten Tag beim Mittagessen. Wenn im Innern etwas Verdorbenes steckt, kann kein Mensch etwas dagegen machen. 

Harry versuchte sich auf das Essen zu konzentrieren, doch seine Hnde zitterten und sein Gesicht fing an vor Zorn zu brennen. Denk an die Erlaubnis, mahnte er sich selbst. Denk an Hogsmeade. Sag nichts. Steh nicht auf - Tante Magda griff nach ihrem Weinglas. 

Das ist eine Grundregel der Zucht, sagte sie. Bei Hunden kann man es immer wieder beobachten. Wenn etwas mit der Hndin nicht sitmmt, wird auch mit den Welp - 

In diesem Augenblick explodierte das Weinglas in Tante Magdas Hand. Scherben stoben in alle Richtungen davon und Tante Magda prustete und blinzelte und von ihrem groen gerteten Gesicht tropfte der Wein. 

Magda!, kreischte Tante Petunia. Magda, hast du dir was getan? 

Keine Sorge, grunzte Tante Magda und wischte sich mit der Serviette das Gesicht. Muss es wohl zu fest gedrckt haben. Ist mir letztens auch bei Oberst Stumper passiert. Kein Grund zur Aufregung, Petunia, ich hab einen ziemlich festen Griff - 

Doch Tante Petunia und Onkel Vernon sahen Harry misstrauisch an, und so beschloss er den Nachtisch lieber wegzulassen und der Tischrunde sobald wie mglich zu entfliehen. 

Drauen im Flur lehnte er sich gegen die Wand und atmete tief durch. Es war schon lange her, dass er die Beherrschung verloren und etwas hatte explodieren lassen. Das durfte ihm auf keinen Fall nochmal passieren. Die Erlaubnis fr Hogsmeade war nicht das Einzige, was auf dem Spiel stand - wenn er so weitermachte, wrde er auch noch Schwierigkeiten mit dem Zaubereiministerium kriegen. 

Harry war immer noch ein minderjhriger Zauberer und es war ihm nach dem Zauberergesetz verboten, auerhalb der Schule zu zaubern. Er hatte zudem keine ganz weie Weste. Erst letzten Sommer hatte er eine offizielle Verwarnung bekommen, in der es klar und deutlich hie, falls das Ministerium noch einmal von Zauberei im Ligusterweg Wind bekme, wrde ihm der Schulverweis von Hogwarts drohen. 

Er hrte die Dursleys aufstehen und verschwand rasch nach oben. 

Die nchsten Tage berstand Harry, indem er sich zwang, an sein Do-it-yourself-Handbuch zur Besenpflege zu denken, wann immer Tante Magda es auf ihn anlegte. Das klappte ganz gut, auch wenn sein Blick dabei offenbar etwas glasig wurde, denn Tante Magda begann die Meinung zu uern, er sei geistig unterbelichtet. 

Endlich, nach einer Ewigkeit, brach der letzte Abend von Tante Magdas Aufenthalt an. Tante Petunia kochte ein schickes Essen und Onkel Vernon entkorkte mehrere Flaschen Wein. Sie schafften es immerhin durch die Suppe und den Lachs, ohne Harrys Charaktermngel auch nur mit einem Wort zu erwhnen; bei der Zitronen-Meringe-Torte langweilte Onkel Vernon alle mit einem langen Vortrag ber Grunnings, seine Bohrerfirma. Dann kochte Tante Petunia Kaffee und Onkel Vernon stellte eine Flasche Kognak auf den Tisch. 

Ein Schlckchen, Magda? 

Tante Magda hatte dem Wein bereits ausgiebig zugesprochen. Ihr riesiges Gesicht war puterrot. 

Aber nur ein winziges, bitte, kicherte sie. Noch ein wenig - und noch ein bisschen - so ist es fein. 

Dudley verspeiste sein viertes Stck Torte. Tante Petunia schlrfte mit abgespreiztem kleinen Finger an ihrem Kaffee. Harry wollte sich eigentlich in sein Zimmer verziehen, doch als er in Onkel Vernons zornige kleine Augen blickte, wusste er, dass er es aussitzen musste. 

Aah, sagte Tante Magda, stellte das leere Glas auf den Tisch und leckte sich die Lippen. 

Ausgezeichneter Schmaus, Petunia. Normalerweise wrm ich mir abends nur was auf, wo ich mich doch um zwlf Hunde kmmern muss ... Sie rlpste herzhaft und ttschelte ihren runden tweedbedeckten Bauch. Verzeihung. Aber ich fr meinen Teil sehe gern einen Jungen, der gut beieinander ist, fuhr sie fort und zwinkerte Dudley zu. Du wirst sicher mal ein stattlicher Mann, Dudders, wie dein Vater. Ja, danke, Vernon, noch ein winziges Schlckchen Kognak ...  

Aber der da - 

Sie ruckte mit dem Kopf in Richtung Harry, dessen Magen sich verkrampfte. 

Das Handbuch, dachte er rasch.

Der da hat ein fieses, zwergenhaftes Aussehen. Das sieht man auch bei Hunden. Letztes Jahr hab ich Oberst Stumper einen ertrnken lassen. Rattiges kleines Ding. Schwach. Unterzchtet. 

Harry versuchte sich Seite zwlf seines Buches in Erinnerung zu rufen: Ein Zauber zur Kur widerstrebender Wiedergnger.

Alles eine Frage des Blutes, sag ich immer. Schlechtes Blut zeigt sich einfach. Nun, ich will nichts gegen eure Familie sagen, Petunia -, sie ttschelte Tante Petunias Hand mit ihrer eigenen schaufelgroen, - aber deine Schwester war ein faules Ei. Kommt in den besten Familien vor. Dann ist sie mit diesem Taugenichts abgehauen und was dabei herauskam, sitzt hier vor uns. 

Harry starrte auf seinen Teller, ein merkwrdiges Klingeln in den Ohren. Packen Sie ihren Besen fest am Schweif, dachte er. Doch er wusste nicht mehr, was dann kam. Tante Magda schien in ihn hineinzubohren wie einer von Onkel Vernons Bohrern. 

Dieser Potter, sagte Tante Magda laut, griff sich die Flasche und schttete Kognak in ihr Glas und auf das Tischtuch, ihr habt mir nie gesagt, was er beruflich gemacht hat! 

Onkel Vernon und Tante Petunia schienen auf glhenden Kohlen zu sitzen. Sogar Dudley hatte den Blick von der Torte erhoben und starrte seine Eltern an. 

Er - er hat nicht gearbeitet, sagte Onkel Vernon und warf Harry einen kurzen Blick zu. War arbeitslos. 

Das hab ich mir gedacht!, sagte Tante Magda, nahm einen gewaltigen Schluck Kognak und wischte sich mit dem rmel das Kinn. Ein bedeutungsloser Nichtsnutz, ein fauler Rumtreiber, der - 

War er nicht, sagte Harry pltzlich. Am Tisch trat jhe Stille ein. Harry zitterte am ganzen Krper. Noch nie war er so zornig gewesen. 

NOCH KOGNAK!, schrie Onkel Vernon, der ksewei geworden war. Er schttete den Rest der Flasche in Tante Magdas Glas. 

Und du, Bursche, fauchte er Harry an, du gehst zu Bett, verschwinde - 

Nein, Vernon, hickste Tante Magda mit erhobener Hand, whrend sie ihre kleinen, blutunterlaufenen Augen fest auf Harry richtete. Sprich weiter, Brschchen, nur weiter. Stolz auf deine Eltern, nicht wahr? Da gehen die doch einfach hin und lassen sich bei einem Autounfall umbringen, betrunken, nehm ich an - 

Sie sind nicht bei einem Autounfall gestorben!, sagte Harry, der pltzlich auf den Fen stand. 

Sind sie sehr wohl, du frecher kleiner Lgner, und sie haben dich zurckgelassen als Last fr ihre anstndigen, hart arbeitenden Verwandten!, schrie Tante Magda, und vor Zorn anschwoll. Du bist ein unverschmter, undankbarer kleiner - 

Doch Tante Magda verstummte pltzlich. Einen Moment lang sah es so aus, als fehlten ihr die Worte. Sie schien vor unsglicher Wut anzuschwellen - doch es nahm kein Ende. Ihr groes rotes Gesicht dehnte sich aus, die winzigen Augen traten hervor und der Mund war so fest gespannt, dass sie nicht mehr sprechen konnte - und jetzt rissen einige Knpfe von ihrer Tweedjacke und spritzten gegen die Wnde - sie schwoll an wie ein monstrser Ballon, ihr Bauch platzte jetzt durch ihren Tweedbund, jeder einzelne Finger blhte sich zu Salamigre auf -

MAGDA, schrien Onkel Vernon und Tante Petunia wie aus einem Munde, als Tante Magdas ganzer Krper vom Stuhl abhob und hoch zur Decke schwebte. Sie war jetzt kugelrund, wie ein riesiger Wasserball mit Schweinchenaugen, Hnde und Fe stachen merkwrdig ab, whrend sie unter Wrgen und Puffen in die Hhe schwebte. Ripper kam ins Zimmer gewatschelt und fing an wie verrckt zu bellen. 

NEEEEEEEIIIN! 

Onkel Vernon packte Magda an einem Fu und versuchte sie herunterzuziehen, doch er selbst hob beinahe vom Boden ab. Im nchsten Augenblick machte Ripper einen Satz und versenkte die Zhne in Onkel Vernons Bein. 

Harry verschwand aus dem Esszimmer, bevor ihn jemand aufhalten konnte, und rannte zum Schrank unter der Treppe. Die Schranktr sprang von Zauberhand auf, als er sich nherte. Im Handumdrehen hatte er seinen groen Reisekoffer zur Haustr geschleift. Er sprintete die Treppe hoch, hechtete unter das Bett, riss das lose Dielenbrett heraus und griff sich den Kissenberzug mit seinen Bchern und Geschenken. Er kroch unter dem Bett hervor, packte Hedwigs leeren Kfig und strzte die Treppe hinunter zu seinem Koffer, gerade als Onkel Vernon, die Hose in blutige Fetzen gerissen, aus dem Esszimmer platzte. 

KOMM ZURCK!, bellte er, KOMM REIN UND BRING SIE WIEDER IN ORDNUNG! 

Doch Harry hatte ein rcksichtsloser Zorn berwltigt. Er stie den Kofferdeckel auf, zog seinen Zauberstab heraus und richtete ihn auf Onkel Vernon. 

Sie hat es verdient, sagte er nach Atem ringend, sie hat verdient, was sie bekommen hat. Und du bleibst mir vom Hals. 

Er langte hinter sich und fummelte an der Trkette. 

Ich gehe, sagte Harry. Mir reicht's. 

Und schon war er drauen auf der dunklen, stillen Strae; mit Hedwigs Kfig unter dem Arm schleifte er mit dem andern den Koffer hinter sich her.

 

Der Orden des Phnix:

Das Haus der Riddles

In Little Hangleton nannten sie es immer noch das Riddle-Haus, obwohl die Familie Riddle schon seit vielen Jahren nicht mehr dort wohnte. Das Haus stand auf einem Hgel mit Blick ber das Dorf, einige Fenster waren mit Brettern vernagelt, das Dach war lchrig, und der Efeu rankte sich ungezgelt an den Mauern entlang. Das einst schne Anwesen der Riddles, das mit Abstand groz gigste und beeindruckendste Haus im ganzen Umkreis, war nun feucht, heruntergekommen und menschenleer.In Little Hangleton waren sich alle einig: das Haus war ihnen nicht geheuer. Ein halbes Jahrhundert zuvor war hier etwas Merkwrdiges, etwas Entsetzliches geschehen, ber das die lteren im Dorf immer noch zu munkeln pflegten, wenn es sonst wenig zu klatschen und zu tratschen gab. Sie hatten die Geschichte so oft aufgewrmt und an so vielen Stellen weitergestrickt, dass keiner mehr so recht wusste, was nun in Wahrheit geschehen war. Doch wer auch immer die Geschichte erzhlte, sie begann unweigerlich am selben Ort: Vor fnfzig Jahren - damals fhrten die Riddles noch einen stattlichen Haushalt - war ein Hausmdchen bei Anbruch eines schnen Sommermorgens in den Salon getreten und hatte alle drei Riddles tot vorgefunden.Schreiend war das Mdchen den Hgel hinab ins Dorf gestrzt und hatte die halbe Einwohnerschaft aus dem Schlaf gerissen.Da oben liegen sie mit offenen Augen! Eiskalt! Und haben noch ihre Abendgarderobe an!Die Polizei wurde gerufen und in ganz Little Hangleton breitete sich eine Mischung aus ngstlicher Neugier und kaum verhohlener Erregung aus. Niemand gab sich sonderliche Mhe so zu tun, als wre er besonders traurig ber den Tod der Riddles, denn sie waren ausgesprochen unbeliebt gewesen. Mr und Mrs Riddle, die lteren Herrschaften, galten als reich, hochnsig und grob, und ihr erwachsener Sohn Tom hatte sie darin noch bertroffen. Die Menschen im Dorf wollten einzig und allein wissen, wer der Mrder war - denn natrlich fielen drei offenbar gesunde Menschen nicht eines Abends einfach tot um.Im Gehngten Mann, dem Dorfpub, ging es an diesem Abend hoch her; alles, was Beine hatte, war gekommen, um ber die Morde zu spekulieren. Und es hatte sich gelohnt, die heimischen Kaminfeuer zu verlassen, denn pltzlich tauchte die Kchin der Riddles in ihrer Mitte auf und verkndete dem schlagartig verstummten Publikum mit dramatischer Geste, ein Mann namens Frank Bryce sei gerade verhaftet worden.Frank!, riefen einige Gste. Unmglich!Frank Bryce war der G rtner der Riddles. Er war mit einem stocksteifen Bein und einer groen Abscheu vor Menschenansammlungen und Lrm aus dem Krieg zurckgekehrt und hatte seither immer fr die Riddles gearbeitet.An der Theke gab es jetzt Gedrngel, denn man wollte die Kchin nicht auf dem Trockenen sitzen lassen und Genaueres von ihr hren.Mir ist er immer schrg vorgekommen , verkndete sie nach dem vierten Glas Sherry den begierig lauschenden Drflern. Irgendwie unfreundlich. Ich hab ihm mal 'ne Tasse Tee angeboten, aber das hat mir gereicht. Der wollte nichts mit anderen zu tun haben, das hat man gleich gemerkt.Nun ja, sagte eine Frau an der Bar, der Krieg war 'ne harte Zeit fr Frank, er mag eben gern seine Ruhe. Das ist noch lange kein Grund - Wer sonst hatte denn einen Schlssel fr die Hintertr?, fauchte die Kchin zurck. In der Grtnerhtte hing immer ein Zweitschlssel, das hab ich selbst gesehen! Gestern Nacht hat jedenfalls keiner die Tr aufgebrochen! Und die Fenster wurden auch nicht eingeschlagen! Frank musste blo ins Herrenhaus schleichen, whrend wir alle schliefen ...!Die Drfler wechselten viel sagende Blicke.Ich hab mir immer schon gedacht, der hat den bsen Blick, sag ich euch, brummte ein Mann an der Bar.Der Krieg hat 'nen komischen Kauz aus ihm gemacht, sagte der Wirt.Hab doch immer gesagt, ich will Frank lieber nicht in die Quere kommen, stimmt's, Dot?, sagte eine aufgeregte Frau in der Ecke. bles Temperament, erwiderte Dot und nickte eifrig. Ich hab ihn schon als Kind gekannt ...Am nchsten Morgen zweifelte kaum noch jemand in Little Hangleton daran, dass Frank Bryce die Riddles ermordet hatte. Doch drben im benachbarten Stdtchen Great Hangleton, im dunklen und schbigen Polizeirevier, behauptete Frank hartnckig, er sei unschuldig. Der einzige Mensch, den er an jenem Tag, als die Riddles gettet wurden, in der Nhe ihres Hauses gesehen hatte, war ein Junge im Teenageralter, ein Fremder mit dunklen Haaren und blassem Gesicht. Im Dorf jedoch hatte kein Mensch diesen Jungen gesehen, und die Polizisten waren sich ziemlich sicher, dass Frank ihn erfunden hatte.Schlielich, als es fr Frank schon bitterernst aussah, traf der Untersuchungsbericht ber die Leichen der Riddles ein, und mit einem Schlag nderte sich alles.Die Polizisten hatten noch nie einen so merkwrdigen Befund gelesen. Ein rzteteam hatte die Leichen untersucht und war zu dem Schluss gekommen, dass keiner der Riddles vergiftet, erstochen, erschossen, erwrgt, erstickt oder (soweit sie dies sagen konnten) berhaupt verletzt worden war. Tatschlich, so hie es in dem Bericht mit deutlicher Verblffung weiter, schienen die Riddles alle bei bester Gesundheit zu sein - abgesehen von der Tatsache, dass sie alle tot waren. Allerdings vermerkten die rzte, dass allen Toten das Entsetzen ins Gesicht geschrieben stand - doch einer der ratlosen Polizisten bemerkte dazu nur: Wer hat je von drei Menschen gehrt, die zu Tode gengstigt wurden?Da ein Mord an den Riddles nicht zu beweisen war, musste die Polizei Frank laufen lassen. Die Riddles wurden auf dem Friedhof von Little Hangleton bestattet und noch eine ganze Zeit lang wurden die Grber immer wieder von Neugierigen besucht. Dass Frank Bryce in seine Htte auf dem Anwesen der Riddles zurckkehrte, berraschte dann alle, und es gab viel Gemunkel.Wenn ihr mich fragt, dann hat er sie umgebracht, ist mir doch egal, was die Polizei sagt, verkndete Dot im Gehngten Mann. Und wenn nur ein Funken Anstand in ihm steckte, dann wrde er hier abhauen, wo ihm doch klar ist, dass er uns nichts vormachen kann.Doch Frank zog nicht weg. Er blieb, um den Garten fr die nchste Familie, die ins Riddle-Haus einzog, zu besorgen, und dann auch fr die bernchste - denn keine Familie blieb lange dort wohnen. Vielleicht hatte es etwas mit Frank zu tun, dass jeder neue Besitzer behauptete, dieses Haus verbreite eine dstere Stimmung. Und als keiner mehr dort wohnte, begann das Haus zu verfallen.

Der reiche Mann, dem das Riddle-Haus inzwischen gehrte, lebte nicht hier und nutzte es auch nicht; im Dorf hie es, er wrde es aus steuerlichen Grnden unterhalten, doch keiner wusste so recht, was das heien sollte. Der reiche Besitzer entlohnte Frank jedoch regelmig fr seine Arbeit im Garten. Frank war jetzt fast siebenundsiebzig, er war auf einem Ohr taub und sein schlimmes Bein war noch steifer geworden, doch bei schnem Wetter konnte man ihn in den Blumenbeeten harken und schnippeln sehen, auch wenn ihm das Unkraut allmhlich die Beine hochkroch.Doch Unkraut war nicht das Einzige, womit Frank sich herumrgern musste. Jungs aus dem Dorf kamen fter herauf und warfen Steine durch die Fenster des Riddle-Hauses. Sie fuhren mit ihren Fahrr dern ber den Rasen, den Frank so mhsam hegte und pflegte. Und wenn sie bermtig wurden, brachen sie auch schon mal ins Haus ein. Sie wussten, dass der alte Frank sich mit Leib und Seele dem ganzen Anwesen verschrieben hatte, und sie lachten ihn aus, wenn er durch den Garten humpelte, mit seinem Stock fuchtelte und sie krchzend beschimpfte. Frank wiederum glaubte, die Jungen w rden ihn belstigen, weil sie ihn, wie ihre Eltern und Groeltern, fr einen Mrder hielten. So dachte sich Frank nichts weiter, als er in einer Augustnacht erwachte und oben am alten Haus etwas recht Merkwrdiges sah. Die Jungs, so glaubte Frank, waren eben noch einen Schritt weiter gegangen, um ihn zu zermrben.Geweckt hatte ihn sein schlimmes Bein; so stark hatte es noch nie geschmerzt, selbst jetzt im Alter nicht. Er stand auf und humpelte nach unten in die Kche, um seine Wrmflasche aufzufllen, mit der er seinem steifen Knie ein wenig Linderung verschaffen konnte. Er stand am Waschbecken und fllte den Kessel, als sein Blick zum Herrenhaus hochwanderte. In den oberen Fenstern glommen Lichter. Frank war nicht sonderlich berrascht. Die Jungs waren wieder mal ins Haus eingebrochen, und nach dem flackernden Licht zu schlieen hatten sie ein Feuer entfacht.Frank hatte kein Telefon, und der Polizei vertraute er ohnehin nicht mehr, seit sie ihn nach dem Tod der Riddles zum Verh r mitgenommen hatten. Er lie den Kessel stehen, hastete, so rasch sein schlimmes Bein es ihm erlaubte, nach oben und brauchte nicht lange, um sich anzuziehen und in die Kche zurckzukehren. Er griff nach einem rostigen alten Schlssel am Trhaken, packte seinen Stock und machte sich auf in die Nacht.Die Tr des Riddle-Hauses war offenbar nicht aufgebrochen worden und auch die Fensterscheiben waren noch ganz. Frank humpelte um das Haus herum zu einem Eingang, der fast vllig von Efeu verborgen war, zog den alten Schlssel aus der Tasche, steckte ihn ins Schloss und ffnete lautlos die Tr.Sie fhrte ihn in eine groe, gewlbeartige Kche. Frank hatte sie seit Jahren nicht mehr betreten; zwar war es stockdunkel, doch er wusste noch, wo die T r zum Flur lag. Er tastete sich an der Wand lang, modriger Geruch stieg ihm in die Nase, und er spitzte die Ohren, um ja keine Schritte oder Stimmen von oben zu berhren. Er gelangte in den Flur, wo es dank der groen Sprossenfenster zu beiden Seiten der Haustr ein wenig heller war, und betrat die Treppe. Er konnte von Glck reden, denn die dicke Staubschicht auf den Steinstufen erstickte die Ger usche seiner Schritte und seines Stocks.Oben auf dem Treppenabsatz wandte sich Frank nach rechts und sah sofort, wo die Eindringlinge steckten: ganz am Ende des Ganges stand eine Tr offen, ein flackerndes Licht fiel durch den Spalt und warf einen langen goldenen Streifen auf den schwarzen Fuboden. Frank umklammerte mit aller Kraft seinen Stock und schlich nher heran. Kurz vor der T r konnte er ein schmales Stck von dem Zimmer dahinter einsehen.Jetzt erkannte er, dass das Feuer im Kamin entfacht worden war. Das berraschte ihn. Er blieb stehen und lauschte angestrengt, denn drinnen begann ein Mann zu sprechen; seine Stimme klang schchtern und ngstlich.Es ist noch ein Rest in der Flasche, Herr, wenn Ihr noch hungrig seid.Spter, sagte eine zweite Stimme. Auch sie war die eines Mannes - doch klang sie merkwrdig hoch und kalt wie ein jher eisiger Windsto. Etwas an dieser Stimme lie die sp rlichen Haare auf Franks Nacken zu Berge stehen. Rck mich nher ans Feuer, Wurmschwanz.Frank wandte sein rechtes Ohr zur Tr hin, um mehr zu verstehen. Er hrte das Klirren einer Flasche, die auf etwas Hartem abgestellt wurde, und dann das dumpfe Kratzen eines schweren Stuhls, der ber den Boden gezogen wurde. Frank erhaschte einen kurzen Blick auf einen kleinen Mann, der mit dem R cken zu ihm den Stuhl zum Kamin schob. Er trug einen langen schwarzen Umhang und hatte einen kahlen Fleck am Hinterkopf. Dann war er nicht mehr zu sehen.Wo ist Nagini?, sagte die kalte Stimme. Ich - ich wei nicht, Herr, sagte die erste Stimme nervs. Ich glaube, sie erkundet das Haus ...Du wirst sie melken, bevor wir uns zurckziehen, Wurmschwanz , sagte die zweite Stimme. Ich brauche heute Abend Nahrung. Die Reise hat mich sehr erschpft.Mit gerunzelter Stirn neigte Frank sein gutes Ohr noch ein wenig nher Richtung Tr und lauschte gebannt. Ein kurzes Schweigen trat ein und dann sprach erneut der Mann namens Wurmschwanz.Herr, darf ich fragen, wie lange wir hier bleiben werden?Eine Woche, sagte die kalte Stimme. Vielleicht lnger. Hier lsst es sich einigermaen aushalten und mit dem Plan knnen wir noch nicht fortfahren. Es wre eine Dummheit, wenn wir loslegten, bevor die Quidditch-Weltmeisterschaft zu Ende ist.Frank steckte sich einen knochigen Finger ins Ohr und fing an zu quirlen. Er hatte das Wort Quidditch gehrt, zweifellos, weil sich so viel Ohrenschmalz angesammelt hatte, denn Quidditch war berhaupt kein Wort.Die ... die Quidditch-Weltmeisterschaft, Herr?, fragte Wurmschwanz. (Frank bohrte den Finger noch energischer ins Ohr.) Verzeiht mir, aber - ich verstehe nicht - warum sollten wir warten, bis die Quidditch-Weltmeisterschaft vorbei ist?Weil zu ebendieser Stunde Zauberer aus aller Herren Lnder ins Land str men, du Dummkopf, und alle Kleinkrmer aus dem Zaubereiministerium ausgeschwrmt sind, um nach ungewhnlichen Vorkommnissen Ausschau zu halten und jeden doppelt und dreifach zu berpr fen. Die haben nur noch eins im Kopf, nmlich sicherzugehen, dass die Muggel von allem nichts mitkriegen. Deshalb warten wir ab.Frank gab es auf, sein Ohr zu putzen. Er hatte klar und deutlich die Wrter Zaubereiministerium, Zauberer und Muggel gehrt. Natrlich bedeuteten all diese Ausdrcke etwas Geheimes, und Frank fielen nur zwei Sorten von Leuten ein, die eine Geheimsprache gebrauchten - Spione und Verbrecher. Frank umklammerte seinen Stock noch fester und spitzte die Ohren.Eure Lordschaft ist also immer noch entschlossen?, sagte Wurmschwanz leise.Natrlich bin ich entschlossen, Wurmschwanz. In der kalten Stimme war jetzt eine leise Drohung zu spren.Eine kurze Stille trat ein - und dann sprach Wurmschwanz. Die Worte stolperten ihm hastig aus dem Mund, als ob er sich zwingen msste, sie auszusprechen, bevor ihn der Mut verlie.Es knnte auch ohne Harry Potter gehen, Herr. Wieder trat Schweigen ein, es hielt ein wenig lnger an, und dann -Ohne Harry Potter?, hauchte die zweite Stimme kaum vernehmlich. Ich verstehe ... Herr, ich sage dies nicht aus Sorge um den Jungen!, sagte Wurmschwanz mit hoher, quiekender Stimme. Der Junge bedeutet mir nichts, berhaupt nichts! Nur, wenn wir einen anderen Zauberer oder eine Hexe nehmen - irgendjemanden -, knnten wir die Sache sehr viel schneller erledigen! Wenn Ihr mir erlauben wrdet, Euch fr kurze Zeit zu verlassen - Ihr wisst, dass ich mich ganz wirksam tarnen kann -, dann knnte ich in zwei Tagen mit einer geeigneten Person zurck sein -Ich knnte einen anderen Zauberer nehmen, sagte die zweite Stimme leise, das ist wahr ... Es wre das Beste, Herr, sagte Wurmschwanz und klang dabei ausgesprochen erleichtert. Harry Potter in die Hnde zu bekommen wre so schwierig, er ist sehr gut geschtzt - Und deshalb meldest du dich freiwillig und willst mir einen Ersatz besorgen? Merkwrdig ... vielleicht ist dir die Aufgabe, mich zu pflegen, lstig geworden, Wurmschwanz? Kann dieser Vorschlag, den Plan aufzugeben, denn etwas anderes sein als der Versuch, mich im Stich zu lassen?Herr! Ich ... ich habe nicht den Wunsch, Euch zu verlassen, keineswegs -Belg mich nicht!, zischte die zweite Stimme. Mir entgeht nichts, Wurmschwanz! Du bereust, dass du berhaupt zu mir zurckgekommen bist. Bei mir wird dir bel. Ich sehe dich zusammenzucken, wenn du mich ansiehst, ich spre, wie es dich schaudert, wenn du mich berhrst ...Nein! Meine Hingabe fr Eure Lordschaft -Deine Hingabe ist nichts weiter als Feigheit. Du w rst nicht hier, wenn du eine andere Zuflucht httest. Wie soll ich ohne dich berleben, wenn du mich alle paar Stunden fttern musst? Wer soll Nagini melken?Aber Ihr scheint mir deutlich kr ftiger geworden, Herr -Lgner, keuchte die zweite Stimme. Ich bin nicht krftiger geworden, und ein paar Tage auf mich allein gestellt wrden reichen, um mich des wenigen an Kraft zu berauben, die ich unter deiner tlpelhaften Pflege gewonnen habe. Schweig!Wurmschwanz, der zusammenhanglose Worte hervorgesprudelt hatte, verstummte sofort. Ein paar Sekunden lang konnte Frank nichts weiter als das Knistern des Feuers hren. Dann sprach der zweite Mann erneut, mit einem Flstern, das fast ein Zischen war.Ich habe meine Grnde, den Jungen zu verwenden, wie ich dir schon erklrt habe, und ich werde keinen anderen nehmen. Dreizehn Jahre habe ich gewartet. Ein paar Monate mehr schaden da auch nicht. Was den Schutz angeht, mit dem der Junge umgeben ist, so glaube ich, dass mein Plan funktionieren wird. Alles, was ich brauche, ist ein wenig Mut deinerseits, Wurmschwanz - und diesen Mut wirst du aufbringen, wenn du nicht das ganze Ausma von Lord Voldemorts Zorn sp ren willst -Herr, hrt mich an!, sagte Wurmschwanz, und Panik lag jetzt in seiner Stimme. Whrend unserer Reise bin ich den Plan immer wieder durchgegangen - Bertha Jorkins' Verschwinden wird nicht lange unbemerkt bleiben, Herr, und wenn wir fortfahren, falls ich also tatschlich den Fluch -Falls?, flsterte die zweite Stimme. Falls du den Plan befolgst, Wurmschwanz, braucht das Ministerium nie zu erfahren, dass noch jemand verschwunden ist. Du wirst es in aller Stille und ohne Aufsehen erledigen; ich wnschte nur, ich knnte es selbst tun, doch in meinem jetzigen Zustand ... komm schon, Wurmschwanz, ein Hindernis musst du noch beseitigen, und unser Weg zu Harry Potter ist frei. Ich verlange ja nicht, dass du es alleine machst. Bis dahin wird mein treuer Diener wieder zu uns gestoen sein -Ich bin Euer treuer Diener, sagte Wurmschwanz, mit kaum vernehmlichem Trotz in der Stimme.Wurmschwanz, ich brauche jemanden mit Verstand, jemanden, der immer unerschtterlich zu mir gestanden hat, und du erfllst diese Forderung leider nicht.Ich habe Euch gefunden, sagte Wurmschwanz, und nun war die Widerspenstigkeit in seiner Stimme deutlich zu hren. Ich war es, der Euch gefunden hat. Ich habe Euch zu Bertha Jorkins gebracht.Das stimmt. Der zweite Mann klang belustigt. Ein brillanter Zug, den ich von dir nie erwartet htte, Wurmschwanz - allerdings, um der Wahrheit die Ehre zu geben, du wusstest doch nicht, wie ntzlich sie sein wrde, als du sie gefangen hast, nicht wahr?Ich ... ich dachte, sie knnte ntzlich sein, Herr -Lgner, sagte die zweite Stimme nun mit unverhohlen grausamer Hme. Allerdings bestreite ich nicht, dass ihr Wissen unschtzbar war. Ohne es htte ich nie unseren Plan auf die Beine stellen knnen und dafr wirst du belohnt werden, Wurmschwanz. Ich werde dir erlauben, eine wichtige Aufgabe fr mich zu erledigen, um die sich viele meiner Anhnger geradezu reien wrden ...W-wirklich, Herr? Was -? Wieder schwang Angst in Wurmschwanz' Stimme mit.Aah, Wurmschwanz, du willst doch nicht, dass ich dir die berraschung verderbe? Dein Auftritt kommt ganz am Schluss ... aber ich verspreche dir, du wirst die Ehre haben, genauso ntzlich zu sein wie Bertha Jorkins.Ihr ... Ihr ... Wurmschwanz klang pltzlich heiser, als wre sein Mund vllig ausgetrocknet. Ihr ... werdet ... auch mich tten?Wurmschwanz, Wurmschwanz, sagte die kalte Stimme schmeichlerisch, warum sollte ich dich tten? Ich habe Bertha gettet, weil ich musste. Nachdem ich sie ausgehorcht hatte, taugte sie zu nichts mehr, sie war berflssig. Jedenfalls wren peinliche Fragen gestellt worden, wenn sie zurck ins Ministerium gegangen wre und verk ndet htte, sie htte im Urlaub dich getroffen. Zauberer, die angeblich tot sind, tun gut daran, unterwegs nicht in irgendwelchen Spelunken Hexen aus dem Zaubereiministerium zu treffen ... Wurmschwanz murmelte etwas, so leise, dass Frank es nicht verstand, doch der zweite Mann fing an zu lachen - ein gnzlich freudloses Lachen, kalt wie seine Stimme.Wir htten ihr Ged chtnis ummodeln knnen? Ein mchtiger Zauberer kann einen Gedchtniszauber brechen, wie ich ja selbst bei ihrem Verhr bewiesen habe. Wenn wir das Wissen nicht nutzten, das ich ihr abgepresst habe, wrden wir doch ihr Gedchtnis beleidigen, Wurmschwanz.Drauen im Korridor fiel Frank pltzlich auf, dass seine Hand, mit der er den Stock umklammerte, schweinass und glitschig war. Der Mann mit der kalten Stimme hatte eine Frau gettet. Er sprach darber ohne jede Reue - es belustigte ihn. Er war gefhrlich - ein Wahnsinniger. Und er plante noch mehr Morde - dieser Junge, Harry Potter, wer immer er war - er war in Gefahr -Frank wusste, was er zu tun hatte. Jetzt oder nie, es war hchste Zeit die Polizei zu rufen. Er wrde aus dem Haus schleichen und sich schnurstracks auf den Weg zur Telefonzelle im Dorf machen ... doch die kalte Stimme sprach erneut, und Frank blieb, wo er war, starr wie ein Eiszapfen, und lauschte mit aller Kraft.Ein Fluch noch ... mein treuer Diener in Hogwarts ... Harry Potter ist so gut wie mein, Wurmschwanz. Es ist beschlossen. Kein Streit mehr. Doch still ... ich glaube, ich hre Nagini ...Und die Stimme des zweiten Mannes ver nderte sich. Er gab nun Laute von sich, wie Frank sie noch nie gehrt hatte; er zischte und fauchte ohne Luft zu holen. Er muss eine Art Krampf oder Anfall haben, dachte Frank.Und dann hrte er, wie sich hinter ihm im dunklen Korridor etwas bewegte. Er drehte sich um und erstarrte vor Schreck.ber den dunklen Boden des Korridors glitt etwas auf ihn zu, und als es sich dem Lichtstreifen des Feuers nherte, erkannte er mit einem Schauder des Entsetzens, dass es eine gigantische, gut vier Meter lange Schlange war. Versteinert vor Angst starrte Frank auf das Tier, das sich in weit ausladenden Wellenlinien durch den dicken Staub auf dem Boden bewegte und immer nher kam - was sollte er tun? Flchten konnte er nur in das Zimmer, wo die beiden Mnner saen und einen Mord ausheckten, doch wenn er stehen blieb, w rde ihn die Schlange gewiss tten -Doch bevor er sich entschieden hatte, war die Schlange gleichauf, und dann, unglaubliches Wunder, glitt sie an ihm vorbei; sie folgte den fauchenden und zischenden Lauten jener kalten Stimme hinter der Tr, und in Sekundenschnelle war die Spitze ihres diamantbesetzten Schwanzes durch den Trspalt verschwunden.Auf Franks Stirn standen Schweiperlen und seine Hand am Stock zitterte. Drinnen im Zimmer zischte die kalte Stimme weiter, und Frank kam ein merkwrdiger Gedanke in den Sinn, ein unmglicher Gedanke ... Dieser Mann kann mit Schlangen sprechen.Frank begriff nicht, was geschah. Er wnschte sich nichts sehnlicher, als mit seiner heien Wrmflasche behaglich im Bett zu liegen. Das Problem war nur, dass seine Beine keine Anstalten machten, sich zu bewegen. Am ganzen Krper zitternd stand er da und versuchte seine Glieder zu beherrschen, als die kalte Stimme pltzlich wieder Englisch sprach.Nagini hat interessante Neuigkeiten, Wurmschwanz , sagte sie.T-tatschlich, Herr?, sagte Wurmschwanz.In der Tat, ja, sagte die Stimme. Nagini zufolge steht drauen gleich vor der Tr ein alter Muggel und h rt jedes Wort mit, das wir sprechen.Frank hatte keine Chance, sich zu verstecken. Er hrte Schritte, dann wurde die Tr zum Zimmer weit aufgestoen.Ein kleiner Mann mit sch tterem grauem Haar, spitzer Nase und wssrigen Augen stellte sich vor Frank auf, mit einer Mischung aus Angst und Misstrauen in den Augen.Bitte ihn doch herein, Wurmschwanz. Wo bleiben deine Manieren? Die kalte Stimme kam von dem alten Lehnstuhl am Feuer her, doch Frank konnte nicht sehen, wer da sprach. Die Schlange hingegen hatte sich, wie die grausige Karikatur eines Schohndchens, auf dem verrotteten Kaminvorleger eingekringelt.Wurmschwanz winkte Frank mit einer kleinen Verbeugung ins Zimmer. Frank steckte die Angst zwar immer noch in den Knochen, doch er umklammerte erneut seinen Stock und humpelte ber die Schwelle.Das Feuer war die einzige Lichtquelle im Zimmer; es warf lange, spinnengleiche Schatten an die Wnde. Frank starrte auf den Rcken des Lehnstuhls; der Mann darauf schien noch kleiner zu sein als sein Diener, denn Frank konnte nicht einmal seinen Hinterkopf sehen.Du hast also alles mitgehrt, Muggel?, sagte die kalte Stimme.Warum nennen Sie mich so?, sagte Frank widerspenstig, denn nun, da er in diesem Zimmer war, nun, da es an der Zeit war zu handeln, fhlte er sich mutiger; schon im Krieg war es so gewesen.Ich nenne dich einen Muggel, sagte die Stimme k hl. Das bedeutet, dass du kein Zauberer bist.Ich wei nicht, was Sie mit Zauberer meinen, sagte Frank mit allmhlich festerer Stimme. Alles, was ich wei, ist, dass ich heute Nacht was gehrt hab, das sicher die Polizei interessieren wird. Sie haben einen Mord begangen und planen noch mehr Morde! Und ich sag Ihnen noch was, fgte er in einer pl tzlichen Eingebung hinzu, meine Frau wei, dass ich hier oben bin, und wenn ich nicht zurckkomme -Du hast keine Frau, sagte die kalte Stimme vllig ungerhrt. Keiner wei, dass du hier bist. Du hast niemandem etwas gesagt. Belge Lord Voldemort nicht, Muggel, denn er wei ... er wei immer ...Stimmt das?, sagte Frank barsch. Lord, tatschlich? Nun, ich halte nicht viel von Ihren Manieren, Sie Lord, Sie. Warum drehen Sie sich nicht um und schauen mir ins Gesicht wie ein Mann?Ich bin kein Mann, Muggel , sagte die kalte Stimme, die sich kaum ber das Knistern des Feuers erhob. Ich bin viel, viel mehr als ein Mann. Allerdings ... warum nicht? Ich werde dir ins Gesicht sehen ... Wurmschwanz, komm her und drehe meinen Stuhl um.Vom Diener her kam ein Wimmern.Du hast mich gehrt, Wurmschwanz.Langsam, mit einer schrecklichen Grimasse, als wre ihm nichts mehr zuwider als sich seinem Herrn und der vor dem Kamin zusammengerollten Schlange zu nhern, ging der kleine Mann auf den Stuhl zu und begann ihn zu drehen. Die Stuhlbeine streiften leicht den Kaminvorleger und die Schlange hob ihren h sslichen dreieckigen Kopf und zischte leise.Und dann war der Stuhl auf Frank gerichtet, und er sah, was dort sa. Sein Stock fiel klappernd zu Boden. Er ffnete den Mund und stie einen Schrei aus. Er schrie so laut, dass er die Worte, die das Etwas auf dem Stuhl sprach, als es seinen Zauberstab erhob, nicht hren konnte. Ein grner Lichtblitz, ein Brausen, und Frank Bryce brach zusammen. Noch bevor er aufschlug, war er tot.Dreihundert Kilometer entfernt fuhr der Junge namens Harry Potter erschrocken aus dem Schlaf.

 

ber Harry Potter:

Harry war eigentlich ein ganz normaler Junge, der nach dem Tod seiner Eltern, bei seinen einzigen Verwandten, den Dursleys im Ligusterweg Nr.4 in Little Whinging, Surry aufwuchs.

Als der hagere Junge, mit den grnen Augen und immer zersausten schwarzen Haaren, an seinem elften Geburtstag einen Brief von der Zaubererschule Hogwarts bekam, vernderte sich schlagartig sein ganzes bisheriges Leben.

Von Hagrid, dem Hter der Schlsseln und Lndereien von Hogwarts, der ihn vor den gehassten Dursleys rettete, die Harry nicht in diese Schule gehen lassen wollten, erfuhr er das er ein berhmter Zauberer sei. Seine Eltern wurden einst von dem gefrchteten Schwarzen Lord namens Voldemort gettet.

Harry hatte die Nacht des Anschlages nur berlebt, weil sich seine Mutter fr ihn geopfert hatte, und ihrem Sohn somit ein mchtiges Schutzschild gegeben hatte, das sogar der Dunkle Lord nicht durchbrechen konnte. Bei dem Versuch den kleinen Harry zu tten, verlor Lord Voldemort seine ganze Macht, und Harry bekam ein Andenken in Form einer Blitznarbe, die sich seitdem auf seiner Stirn befindet.

Mit seiner Schneeeule Hedwig, die er von Hagrid zum elften Geburtstag geschenkt bekam, machte sich Harry am 1.September auf nach Hogwarts. Er wurde vom Sprechenden Hut zusammen mit Ron Weasley und Hermine Granger, die er bereits im Zug kennen gelernt hatte, in das Haus Gryffindor eingeteilt.

Prof. Mc Gonagall erkannte bereits in Harrys erstem Schuljahr, das er ein ausgezeichneter Quidditch-Spieler wre, und steckte in prompt gegen alle Regeln, als Sucher ins Gryffindor Team.

Das Leben auf Hogwarts, knnte nachdem Harry den Klauen der Dursleys entronnen war so schn sein. Wren da nicht Prof. Snape, der Harry und seinen Freunden das Leben unntig schwer machte, und Draco Malfoy ein Slytherin Schler der nichts anderes im Sinn hatte, als Ron wegen seiner Armut, und Hermine wegen ihrer Muggelabstammung zu beleidigen.

Kurz vor Ende des ersten Schuljahres wollte Lord Voldemort, der sich im Krper von Prof.Quirells befand, den Stein der Weisen an sich nehmen, der ihm Reichtum und vor allen Dingen zur Unsterblichkeit verhelfen sollte. Doch mit Hermines und Rons Hilfe, wusste das Harry zu verhindern.

Als Harry nach den Sommerferien von den gehassten Dursleys, zurck zum zweiten Schuljahr nach Hogwarts kam, wurde kurz darauf "Die Kammer des Schreckens" geffnet. Er hrte als einziges die furchtbare Stimme des Basilisken, der in den Rohren der Schule sein Unwesen trieb. Beim Duellierclub in Hogwarts, erfuhr er auch warum. Er ist ein Parselmund, der die Schlangensprache hren und auch sprechen kann.

Nachdem er den Eingang der Kammer gefunden hatte, traf er erneut auf Lord Voldemort (alias Tom Riddle), der sich mit Hilfe eines Tagebuchs ber die Zeit retten konnte. Nachdem Harry mit dem Basilisken gekmpft hatte, stach er den Giftzahn der Schlange, der zuvor in seinem Arm steckte, geistesgegenwrtig in das Tagebuch. Erneut konnte es Lord Voldemort nicht gelingen, an dem jungen Harry Potter Rache zu nehmen.

Ein Jahr spter bekam er von Fred und George Weasley, die Karte des Rumtreibers geschenkt, die einst Harrys Vater mit seinen Freunden Sirius Black, Remus J. Lupin und Peter Pettigrew erfand. Mit der Karte konnte er durch einen Geheimgang, nach Hogsmeade gelangen. Denn in diesem Jahr durfte Harry das kleine rtchen nicht besuchen, da er keine unterschriebene Genehmigung hatte.

Er lernte dank Prof. J. Lupin einen Patraunus erscheinen zu lassen, der ihn gegen die furchtbaren Dementoren schtzen konnte, und er lernte seinen Paten kennen, von dem er dachte er wre ein Mrder. Sirius Black. Froh darber einen Paten zu haben, der der beste Freund seines Vaters war, und bei dem er nun wohnen knnte, wurde sein Traum schneller platzen lassen als er dachte. Dadurch dass Peter Pettigrew geflohen war, konnte Sirius seine Unschuld nicht beweisen, und musste selbst fliehen, um dem Kuss des Dementors zu entkommen.

In Harrys viertem Schuljahr fand in Hogwarts das Trimagische Turnier statt. Barty Crouch Junior ein Todesser, der sich in Alastor Moody den Lehrer fr " gegen die dunklen Knste" verwandelt hatte, warf Harrys Namen in den Feuerkelch. Bei der Auswahlfeier, spuckte dieser prompt aus, und Harry musste als vierter Champion am Turnier teilnehmen. Eine sehr gerissene Falle von Lord Voldemort, Trimagischen Pokal Portschlssel verwandeln lie. diesen, zusammen mit Cedric Diggory berhrte, wurden sie zum Friedhof nach Little Hangleton gebracht, wo dunkle seinem treuen Diener Wurmschwanz schon auf ihn wartete.

Nachdem Peter, Cedric gettet und Harry gefesselt hatte, begann er damit ein Gebru zu brauen, das Lord Voldemort einen Krper und seine Macht zurckgeben sollte. Dazu brauchte er die Knochen des verstorbenen Vaters Voldemorts, Fleisch wofr er sich die Hand abschnitt, und das Blut eines Feindes. Das von Harry Potter.

Der Plan glckte und Voldemort lies sofort mit seiner neuen Gestalt und Macht, nach seinen Dienern den Todessern rufen. Als Voldemort sich nach einiger Zeit wieder Harry Potter widmete um ihn zu tten, konnte dieser zum Pokal gelangen, und nach Hogwarts zurckkehren.

Zurck in Hogwarts, erzhlt Harry Prof. Dumbledore, sofort das der schwarze Lord zurckgekommen ist. Als Zauberminister Cornelius Fudge den Tatsachen nicht ins Auge sehen will, lsst Dumbledore sofort nach Prof.Snape und Sirius Black rufen. Professor Snape ein ehemaliger Todesser, soll auf Anweisung Dumbledores zu den Todessern zurckkehren um herauszufinden was sie vorhaben. Sirius Black hingegen zog los, um alle alten Wiederstandskmpfer zusammenzurufen, die Albus Dumbledore im Kampf gegen das Bse untersttzen.

Kostenlose Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!